Essays

Es ist die erklärte Absicht des Essayisten, sich über das eigene Verhältnis zur Welt klar zu werden und auf diese Weise auch eine eigene Ordnung in die Welt der Dinge zu bringen. Allein mit Hilfe der Reflexion sollen die Weltverhältnisse aus der Kontingenz in einen kohärenten Sinnzusammenhang gehoben werden.

Im Folgenden finden Sie hier, ohne erkennbare Ordnung, Essays zu den unterschiedlichsten Themen:


Die Textualität der Stadt und der Flaneur als Leser

Wenn wir die Stadt als einen Text, eine Textur, betrachten der von den Menschen, die sich in ihr bewegen, geschrieben wird, so wird der Flaneur in seiner Doppelrolle als Autor und Leser des Stadt-Textes offenbar.


Die Doppelrolle der Sprache im „Magazin zur Erfahrungsseelenkunde“ von Karl Philipp Moritz

Diese Betrachtung der Doppelrolle der Sprache in ihrer verschriftlichten Form im Kontext der literarischen Anthropologie vor 1800 bezieht sich auf das von Karl Philipp Moritz konzipierte und realisierte „Magazin zur Erfahrungsseelenkunde“ und beschränkt sich hierbei noch einmal auf die Untersuchung der Beiträge zur „Sprache in psychologischer Rücksicht“, weil sowohl das Magazin als auch jene sprachpsychologischen Beiträge als repräsentativ für das Anliegen und charakteristisch für die Methodik der literarischen Anthropologie gelten können.


Die Wechselwirkung von Kunst, Reproduktion und Wahrnehmung – Walter Benjamins Kunstwerkaufsatz

In seiner Analyse ging es Benjamin nicht in erster Linie um die Einflussmöglichkeiten des Films auf die Kunst, sondern um den Wandel der Kunst und der Wahrnehmungsformen (Apperzeption), der durch diese neuen technischen Medien ausgelöst wurde; es ging also um neue Erfahrungsformen der Moderne, die am Film beispielhaft beschrieben werden. Das charakteristische Merkmal der Moderne ist für Benjamin der „Verfall der Aura“ (Benjamin 2010: S. 19). Die Zertrümmerung der Aura ist für ihn Ausdruck einer neuen Wahrnehmungsform, in der die Massen einen „Sinn für das Gleichartige in der Welt“ (Benjamin 2010: S. 20) entwickelt haben, der ihnen die Aneignung der Kunst auf eine neue, natürliche und zerstreute Art ermöglicht. Das Zeitalter der Massen eignet sich das Kunstwerk im Zustand der Zerstreuung an, es nimmt gewohnheitsgemäß die Haltung des prüfenden Beobachters ein und eröffnet so einen Möglichkeitsraum für die politische Funktion der Kunst. In dieser Politisierung sah Walter Benjamin die Hauptaufgabe einer neuen antifaschistischen Kunst.