Jewgeni Wodolaskin: „Luftgänger“

Die Ausgangssituation kennt man so oder ähnlich aus unzähligen Romanen und Filmen: Ein Mann wacht in einem Krankenhaus-Bett auf und hat sein Gedächtnis verloren, kann sich an nichts erinnern: nicht an seinen Unfall, nicht an seinen Namen, seine Freunde, sein Leben. Die Vergangenheit ist wie ausgelöscht. Was aus einer gewissen Perspektive für manchen verlockend klingen …

Continue reading ‘Jewgeni Wodolaskin: „Luftgänger“’ »

Ralf Junkerjürgen: „Jules Verne“

Das bürgerliche 19. Jahrhundert war das Zeitalter der Industrialisierung und der Wissenschaften. Die damalige rasante Entwicklung der für uns heute so selbstverständlichen Infrastrukturen der kommunalen Versorgung, des Verkehrs- und Kommunikationswesens legte das Fundament für die sie begleitende Industrialisierung und mit ihr der Bildung jener modernen Bürgergesellschaft, wie wir sie mit dem Beginn der Moderne identifizieren. …

Continue reading ‘Ralf Junkerjürgen: „Jules Verne“’ »

Lukas Linder: „Der Letzte meiner Art“

Der Schweizer Dramatiker Lukas Linder hat für seine Arbeiten bereits mehrere Preise erhalten, unter anderem den begehrten Kleist-Preis. Lukas Linder ist ein Theatermann. Nun hat er sein Debüt als Romancier vorgelegt. Man merkt dem Debüt nicht an, dass es von einem Theatermann geschrieben wurde, und das ist sehr erfreulich, weil es nicht den Erwartungen entspricht. …

Continue reading ‘Lukas Linder: „Der Letzte meiner Art“’ »

Vicki Baum: „Hotel Berlin“

„Wie sieht es jetzt in Deutschland aus?“ fragte sich Vicki Baum in ihrem kalifornischen Exil bereits 1943, als die Amerikaner in Sizilien landeten. Gestützt auf Informationen aus den unterschiedlichsten Quellen, aus Augenzeugen-Berichten und Zeitungsmeldungen formte sich beim Schreiben dieses Romans eine imaginierte Welt ihrer deutschen Heimat in Zeiten des totalen Krieges. Kurz zuvor, im Februar …

Continue reading ‘Vicki Baum: „Hotel Berlin“’ »

Peter Stamm: „Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt“

Das Motiv des Doppelgängers ist in der Literatur recht weit verbreitet. In Jean Pauls Siebenkäs, in den Elixieren des Teufels von E. T. A. Hoffmann oder in Erzählungen von Theodor Storm und in der Judenbuche von Annette Droste-Hülshoff haben wir es mit Doppelgängern zu tun. Wirft man einen Blick auf die englischsprachige Literatur, so fallen …

Continue reading ‘Peter Stamm: „Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt“’ »