Romain Gary: „Lady L.“

Romain Garys Roman „Lady L.“ aus dem Jahr 1959 entfaltet sich auf den ersten Blick wie eine elegante Salonanekdote, gewinnt jedoch rasch die Tiefe einer hintergründigen Reflexion über Identität, Moral und die Maskenspiele der Gesellschaft. Im Zentrum steht Lady L., eine hochbetagte, distinguierte Dame der englischen Aristokratie, die anlässlich ihres achtzigsten Geburtstags beschließt, einem vertrauten …

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Nicolas Mahler: „Ach, die dumme Literatur! — Ausgewählt und gezeichnet von Mahler“

Schon der Titel von „Ach, die dumme Literatur!“ klingt wie ein Seufzer, halb ironisch, halb erschöpft, und tatsächlich ist dieses schmale, elegant gestaltete Buch nichts anderes als eine Sammlung solcher Seufzer — allerdings nicht von irgendwem, sondern von den großen Namen der Literaturgeschichte. In Briefen, Tagebüchern und Notizen stöbert der Wiener Zeichner und Autor Nicolas …

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Edwin Frank: „Stranger than Fiction — Das 20. Jahrhundert in 30 Romanen“

Der amerikanische Lektor, Herausgeber und Essayist Edwin Frank gehört seit Jahrzehnten zu jenen diskreten, aber einflussreichen Figuren des Literaturbetriebs, die weniger durch ein umfangreiches eigenes Werk als vielmehr durch kuratorische Arbeit und intellektuelle Vermittlung prägen. Als Gründer der Reihe „New York Review Books Classics“ hat er vergessene oder randständige Texte des 20. Jahrhunderts wieder zugänglich …

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Thomas David: „Begegnungen mit Virginia Woolf“

Dies ist ein schönes Buch, wie man ihm selten begegnet. Der Autor erscheint als ein kultivierter und bestens informierter Flaneur, und wir haben das Vergnügen, ihn auf seinen Wegen durch London und Umgebung zu begleiten — auf Wegen, die ihn (und uns) zu den Wirkungsstätten und Lebensorten von Virginia Woolf und den wichtigsten Menschen in …

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Julian Barnes: „Abschied(e)“

Julian Barnes’ Buch Abschiede ist kein Roman im klassischen Sinn, sondern ein schmales, konzentriertes Prosastück, das sich um einen der großen, unausweichlichen Grundvorgänge des menschlichen Lebens dreht: das Sich-Trennen, das Zurücklassen, das Fortgehen – und letztlich um den Abschied vom Leben selbst. In wenigen Worten lässt sich der Inhalt so umreißen: Barnes reflektiert über den …

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George Gissing: „Der zahlende Hausgast“

„Der zahlende Hausgast“ — im englischen Original „The Paying Guest“ — erschien 1895 und gehört zu jener Reihe von Gesellschaftsstudien, mit denen George Gissing seine literarische Handschrift zwischen moralischer Ernüchterung und psychologischer Präzision schärfte. Wer dieses schmale, oft übersehene Werk zur Hand nimmt, begegnet einem Autor, der das soziale Gefüge der viktorianischen Mittelklasse mit beinahe …

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Christoph Poschenrieder: „Fräulein Hedwig“

Christoph Poschenrieders neuer Roman Fräulein Hedwig ist ein stilles, aber eindringliches Buch über das Schicksal einer Frau, die zwischen Jahrhundertwende und NS-Zeit in ihrer Rolle gefangen ist — als Lehrerin, als Tochter, als psychisch fragile Einzelgängerin. Fräulein Hedwig, das war Fräulein Hedwig Poschenrieder, geboren am 3. März 1884, gestorben am 25. Juli 1944. Der Roman …

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Roger Willemsen: „Liegen Sie bequem? — Vom Lesen und von Büchern“

Roger Willemsen war nie nur ein Literaturvermittler, nie bloß ein Kritiker, der die Bücher anderer las, um sie zu bewerten. Er war ein leidenschaftlicher Flaneur durch das Reich der Gedanken, ein Sammler von Sätzen, ein Liebhaber des gedruckten Wortes, der in jedem Text die Spuren der Menschlichkeit suchte. Sein posthum erschienenes Buch Liegen Sie bequem? …

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Erik-Ernst Schwabach: „Bilderbuch einer Nacht“

Der Roman Bilderbuch einer Nacht von Erik‑Ernst Schwabach ist das jüngst in deutscher Sprache erschienene Werk eines Autors, der weitgehend vergessen war — umso bemerkenswerter ist nun die Entdeckung eines virtuosen Großstadtromans, der in seiner Anlage und Sprache zu seiner Zeit bemerkenswert modern wirkt. In einer einzigen Herbstnacht in einer pulsierenden Großstadt — es handelt …

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Juri Felsen: „Getäuscht“

Juri Felsen, geboren 1894 in Sankt Petersburg als Nikolai Freudenstein, war ein russischer Schriftsteller, dessen literarisches Schaffen lange Zeit in Vergessenheit geraten war. Erst in den letzten Jahren wurde sein Werk wiederentdeckt und gewürdigt. Nach der Russischen Revolution emigrierte er 1921 nach Europa und ließ sich 1923 in Paris nieder. Dort etablierte er sich als …

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