Franziska zu Reventlow: „Ellen“

Franziska zu Reventlows „Ellen Olestjerne“ gehört zu jenen Romanen, die ihre eigentliche Sprengkraft erst lange nach ihrem Erscheinen entfalten. Als das Buch 1903 veröffentlicht wurde, ließ es sich durchaus als Künstlerroman, als autobiographisch gefärbte Entwicklungsgeschichte oder als literarischer Beitrag zur damals heftig diskutierten „Frauenfrage“ lesen. Heute hingegen erscheint es als Dokument einer Epoche, in der …

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Gunna Wendt: „Frauen von morgen — Die Schwestern Richthofen im Kreise der Bohème“

Es gehört zu den eigentümlichen Gewohnheiten der Geschichte, dass sie ihre Erinnerungen nachträglich ordnet. Sie bewahrt Namen auf, verwirft andere, erhebt manche Menschen zu Symbolfiguren und lässt andere in den Fußnoten verschwinden, obwohl gerade sie das geistige Klima ihrer Zeit vielleicht präziser verkörperten als jene, die später Denkmäler erhielten. Historisches Erinnern folgt selten den Maßstäben …

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Christoph Poschenrieder: „Fräulein Hedwig“

Christoph Poschenrieders neuer Roman Fräulein Hedwig ist ein stilles, aber eindringliches Buch über das Schicksal einer Frau, die zwischen Jahrhundertwende und NS-Zeit in ihrer Rolle gefangen ist — als Lehrerin, als Tochter, als psychisch fragile Einzelgängerin. Fräulein Hedwig, das war Fräulein Hedwig Poschenrieder, geboren am 3. März 1884, gestorben am 25. Juli 1944. Der Roman …

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