Lisbeth Exner, Herbert Kapfer (Hg.): „Verborgene Chronik 1915–1918“

Es ist ein verstörendes Dokument der Zeitgeschichte, das uns den Wahnsinn des Krieges in all seinen Facetten präsentiert wie durch die Polyphonie eines vielstimmigen griechischen Chores. Die Tagebuchaufzeichnungen von 111 Zeitzeugen des Ersten Weltkriegs mit insgesamt 1.509 Einträgen lassen keinen Leser kalt. Diese unmittelbaren Zeugnisse des Erlebten, Gesehenen und Erlittenen konfrontieren den Leser aus erster …

Continue reading ‘Lisbeth Exner, Herbert Kapfer (Hg.): „Verborgene Chronik 1915–1918“’ »

Bernhard Schlink: „Olga“

Olga Rinke wird in der Kaiserzeit geboren, wächst im Breslau des späten 19. Jahrhunderts in einem armen Umfeld auf, verliert schon in jungen Jahren beide Eltern, die an Fleckfieber erkranken, und wird von der Großmutter in einem Dorf in Pommern aufgezogen; die Großmutter findet, dass Olga einen slawischen Einschlag habe, und sie liebt das Mädchen …

Continue reading ‘Bernhard Schlink: „Olga“’ »

Interview mit Tillmann Bendikowski auf der Leipziger Buchmesse 2014 über sein Buch „Sommer 1914“

RALPH KRÜGER: Herr Bendikowski, in Ihrem neuen Buch beschreiben Sie die Stimmung im Sommer 1914 aus fünf verschiedenene Perspektiven, indem Sie auf Tagebucheinträge von fünf Personen aus unterschiedlichen sozialen und lokalen Kontexten zurückgreifen. Die Hauptthese, die Sie in Ihrem Buch vertreten, ist, dass die Legende von einer nationalen „Jubelstimmung“ historisch betrachtet nicht stimmt und dass …

Continue reading ‘Interview mit Tillmann Bendikowski auf der Leipziger Buchmesse 2014 über sein Buch „Sommer 1914“’ »

Tillmann Bendikowski: „Sommer 1914. Zwischen Begeisterung und Angst – wie Deutsche den Kriegsbeginn erlebten“

Im Sommer 1914 herrschte im deutschen Kaiserreich eine allgemeine Kriegseuphorie. Man sehnte einen großen Krieg herbei, der endlich wieder die alte Ordnung stabilisieren würde. – So lautet die offizielle Version der Geschichtsschreibung, die zusammen mit der alleinigen deutschen Kriegsschuld am Ersten Weltkrieg fast hundert Jahre lang in den Schulen gelehrt wurde. Doch diese kollektive Begeisterung …

Continue reading ‘Tillmann Bendikowski: „Sommer 1914. Zwischen Begeisterung und Angst – wie Deutsche den Kriegsbeginn erlebten“’ »

Wilhelm Krull (Hg.): „Krieg von allen Seiten – Prosa aus der Zeit des Ersten Weltkrieges“

Will man der Atmosphäre jener Zeit vor einhundert Jahren nachspüren, den Jahren von 1914 bis 1918, so ist es nicht nur legitim, sondern eine gute Idee, sich den literarischen Werken jener Zeit zu nähern. Wenn es um die Erfahrungen des Ersten Weltkriegs geht, so befindet natürlich Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues“ unter den …

Continue reading ‘Wilhelm Krull (Hg.): „Krieg von allen Seiten – Prosa aus der Zeit des Ersten Weltkrieges“’ »