Theresia Enzensberger: „Blaupause“

In ihrem Debütroman erzählt Theresia Enzensberger die Geschichte einer jungen Frau, die am Weimarer Bauhaus studiert, sich zunächst in den einen, dann in einen anderen Mann verliebt und am Ende, nach anfänglichen Widerständen, ihren eigentlichen Traum, am Bauhaus Architektur zu studieren, doch noch verwirklichen kann. Alles begann sehr hoffnungsvoll, als ihre Mappe mit Architekturzeichnungen von …

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Deborah Feldman: „Unorthodox“

Im vierten Jahrhundert verfasste Augustinus seine „Confessiones“. Diese Bekenntnisse eines zum Christentum Bekehrten gehören zu den ersten autobiografischen Schriften der Weltliteratur. Seine Bußschrift liest sich wie ein viele Hundert Seiten langes Gebet; es ist die (für christliche Leser berückende, für atheistische Leser bedrückende) Entwicklungsgeschichte einer Abkehr vom weltlichen Leben und der selbstgewählten Unterwerfung unter den …

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David Vogel: „Eine Ehe in Wien“

Man muss sich nur Vogels Lebensstationen vor Augen führen um zu begreifen, wie kosmopolitisch, aber auch wie tragisch sein Leben verlaufen ist: Geboren 1891 in der russischen Westukraine; von 1909 an im damals ebenfalls russischen Wilna und kurz im österreichisch-ungarischen Lemberg. 1912 Wien, wo er als Hebräisch-Lehrer tätig war und Deutsch lernte. Während des Ersten …

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Sinclair Lewis: „Das ist bei uns nicht möglich“

Dieser Roman wird in den Feuilletons als die Wiederentdeckung des Jahres 2017 gefeiert, in jenem denkwürdigen Jahr, das durch die Wahl eines Donald Trump zum US-Präsidenten überschattet wird. So einen wie Trump hätte man sich nie im Weißen Haus vorstellen können: einen skrupellosen Machtmenschen und Populisten, der auch nicht davor zurückschreckt, in die Mikrofone zu …

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Erich Kästner: „Verlobung auf dem Seil — Vom Heiraten und sonstigen Schwierigkeiten“

Es zählt jener Moment zu den schönsten im Berufsleben eines Rezensenten, wenn ein neues Buchpaket eintrifft. Schnell ist der unbekannte Schatz ausgepackt und bietet sich dem zukünftigen Leser an: noch ganz jungfräulich und in eine die Inhalte konservierende Folie eingeschweißt liegt das frische Rezensionsexemplar auf dem Tisch, den Rezensenten lockend und ihn einladend, die dünne …

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