Wladimir Kaminer: „Ausgerechnet Deutschland — Geschichten unserer neuen Nachbarn“

Wenn es so etwas wie ein gemeinsames kulturelles Gedächtnis gibt, so hat sich Wladimir Kaminer längst darin eingeschrieben. Seine amüsanten Geschichten von alltäglicher Skurrilität gehören mittlerweile zum Kanon der deutschsprachigen literarischen Satire. Wie der geniale Altmeister Max Goldt, so kann auch Wladimir Kaminer schreiben, worüber er will: Immer schlägt in diesen Texten jenes große russische …

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Klaus Modick: „Keyserlings Geheimnis“

Eduard Graf von Keyserling wurde 1855 in Tels-Paddern in Kurland, dem heutigen Lettland geboren und starb Ende September 1918 in München. Keyserling litt seit vielen Jahren unter einem Rückenmarksleiden, das in seinen letzten Jahren zu einer vollständigen Erblindung und letztlich zum Tod führte. Ob diese Krankheit in einer überwundenen maladie francaise (Syphilis) ihren Anfang nahm …

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Peter Stamm: „Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt“

Das Motiv des Doppelgängers ist in der Literatur recht weit verbreitet. In Jean Pauls Siebenkäs, in den Elixieren des Teufels von E. T. A. Hoffmann oder in Erzählungen von Theodor Storm und in der Judenbuche von Annette Droste-Hülshoff haben wir es mit Doppelgängern zu tun. Wirft man einen Blick auf die englischsprachige Literatur, so fallen …

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Ulrich Alexander Boschwitz: „Der Reisende“

Kennen Sie Ulrich Alexander Boschwitz? Aller Wahrscheinlichkeit nach kennen Sie ihn nicht, aber Sie sollten, ja, Sie müssen ihn kennenlernen! Dieser Roman ist eine echte Wiederentdeckung. Das Typoskript hat der damals 23-jährige Ulrich Alexander Boschwitz im englischen Exil verfasst, kurz nach dem Ausbruch der Novemberpogrome in Deutschland. Das kurze Leben des Autors ist schnell erzählt: …

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Leander Steinkopf: „Stadt der Feen und Wünsche“

Leander Steinkopf ist vielleicht einer der letzten Flaneure, die unsere atemlose Zeit noch kennt. Er schlendert ziellos durch die Stadt, getrieben von seinem Ennui, absichtslos und ohne Hoffnung. Es ist die Odyssee eines Stadtwanderers unserer Zeit. Seinem Bericht vorangestellt hat er ein Zitat von Walter Benjamin aus dessen Berliner Kindheit um 1900. Dort schreibt Benjamin: …

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