Gerhard Berz: „Wie aus heiterem Himmel? – Naturkatastrophen und Klimawandel“

Wir können nicht mehr so tun, als wüssten wir nicht, was läuft. Der Mensch zerstört das Klima. Das spüren wir am eigenen Leib. Die Winter weisen seit Jahren kräftige und lang anhaltende Frostperioden auf, und die Sommer in unseren Breiten werden immer drückender und belastender.

Diese langfristigen Veränderungen sind von Menschen gemacht. Aber es gibt auch Naturkatastrophen, an denen der Mensch nicht ursächlich Schuld ist.

Vulkanausbrüche, Erdbeben und Tsunamis gab es schon immer, und der Mensch stand diesen Phänomenen machtlos gegenüber. Sie kamen aus heiterem Himmel und waren einfach nicht vorhersehbar.

Der 1941 geborene Diplom-Meteorologe Gerhard Berz war zunächst beim Deutschen Wetterdienst und beim meteorologischen Institut der Universität München tätig, bevor er ab 1974 für mehrere Jahrzehnte der Leiter der Abteilung „Geo-Risiko-Forschung“ der Münchner Rückversicherung wurde. Es gehörte also zu seiner Arbeit, die Wahrscheinlichkeit des Eintretens von Naturkatastrophen Gedanken zu machen.

Das vorliegende Buch untersucht die ganze Bandbreite der Naturkatastrophen – Sturm und Unwetter, Hitze, Kälte, Wasser, Dürre, Vulkane, Beben, … Bei der Lektüre dieser gut geschriebenen Kapitel wird schnell klar, wie labil das Gleichgewicht unserer Erde ist und vor allem, wie schmal der Grat des Angenehmen und Erträglichen ist, in dem wir leben. Schon kleinere Katastrophen genügen, um uns aus dem Gleichgewicht und in Lebensgefahr zu bringen.

Der vielleicht wichtigste Abschnitt des ganzen Buches befasst sich mit der Frage, welchen Einfluss der Mensch auf diese (im wahrsten Sinne) katastrophale Entwicklung hat. Sind die Mega-Citys wirklich Klima verändernd? Welchen Anteil hat der Mensch an der Klimakatastrophe unserer Tage?

Gerhard Berz spannt einen großen Bogen vom Tsunami im Indischen Ozean Ende 2004 über den Ausbruch des Mount St. Helens 1980 bis hin zu den Überschwemmungen an Elbe und Donau in 2002. Die aktuellen Erdbeben, die seit März den Nordosten Japans immer wieder erschüttern, sind natürlich nicht in dem bereits Anfang 2010 erschienenen Buch, dennoch ist das Thema aktueller denn je.

Viele Menschen machen sich heutzutage nicht nur Gedanken über die Gefahren der Atomenergie, sondern auch über das Wetter, das Klima, die Natur, die Erde. Was wir in Sachen Naturkatastrophenschutz wirklich tun können, ist der massive Ausbau der Vorsorge- und Frühwarn-Systeme und die Entwicklung realistischer Notfall-Szenarien.

„Wie aus heiterem Himmel“ kommen die Naturkatastrophen heutiger Zeit nicht. Wir könnten vieles bereits vorher wissen, Vorkehrungen treffen, Menschen informieren und retten. Hierzu bedarf es jedoch des politischen Willens und der praktischen Umsetzung des technisch Machbaren.

Gerhard Berz gibt mit diesem Buch einen guten und umfassenden Einstieg in die Materie und eröffnet dem Leser die Möglichkeit einer weiteren Vertiefung und der Beteiligung an einer längst fälligen politischen Diskussion.

Autor: Gerhard Berz
Titel: „Wie aus heiterem Himmel? – Naturkatastrophen und Klimawandel“
Taschenbuch: 232 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 3423247665
ISBN-13: 978-3423247665

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