Sabine Asgodom: „Raus aus der Komfortzone, rein in den Erfolg“

Zurzeit wird gerade eifrig darüber diskutiert, ob man nicht eine Frauenquote für die Führungsetagen in deutschen Unternehmen einführen sollte, damit endlich auch die Frauen an den Hebeln der Macht sitzen. Hübscher Vorschlag, stellt sich nur die Frage, ob es auch wirklich genügend Frauen mit entsprechenden Qualifikationen gibt.

Bevor jetzt wegen dieser vermeintlich chauvinistischen Entgleisung ein Sturm der Entrüstung losschlägt, sei schnell noch der Einwurf erlaubt, dass es mehrheitlich vielleicht gar nicht im weiblichen Focus des Interesses liegt, Machtpositionen auszufüllen. Weiß man doch, dass die weibliche Psyche in der Regel einen Schritt weiter ist als ihr männliches Pendant. Frauen geht es doch eher um soziale Werte als um die Ausübung von Macht.

Natürlich ist die Unterbesetzung der Management-Etagen mit weiblichen Spitzenkräften ein ernstes Thema, das nicht zuletzt auch einen entscheidenden Nicht-Einfluss auf die dort täglich getroffenen Entscheidungen hat. Säßen mehr Frauen in den Führungsetagen, so darf vermutet werden, dann sähen unsere Wirtschaft und letztlich auch unsere Gesellschaft anders aus als heute.

Dennoch wäre es verfehlt, die Spitzenriege der Wirtschaft als einzig verbleibendes Aufgabenfeld der Gleichberechtigungs-Bemühungen zu sehen. Unsere Gesellschaft befindet sich zwar auf dem Weg zur Gleichberechtigung, aber die Arbeitswelt ist immer noch und in allen Schichten durch eine männliche Dominanz geprägt. Nicht nur in den Chefetagen, sondern auch im Büro oder an der Supermarkt-Kasse verdienen Frauen weniger als Männer.

Während die ehemalige taz-Chefin Bascha Mika gerade mit ihrem neuen Buch „Die Feigheit der Frauen“ die eigenen GeschlechtsgenossInnen mit der These provoziert, dass den meisten Frauen das Glück zwischen Kindern und Küche wohl doch näher ist als der anstrengende und steinige Weg zur eigenen Karriere, geht es die Managementtrainerin Sabine Asgodom gewohnt praktisch an, indem sie in ihrem 2010 erschienenen Buch die Frauen aus ihrer Komfortzone locken möchte.

„Raus aus der Komfortzone, rein in den Erfolg“ fasst Asgodom ihr „Programm für Ihre persönliche Unabhängigkeit“ zusammen. Denn der direkte Weg in die Unabhängigkeit führt über die berufliche Selbständigkeit. Frauen haben Talente, von denen Männer nur träumen können. Und sie haben Ideen.

Falls Ihnen gerade nichts einfällt, was Sie beruflich machen könnten: Sabine Asgodom liefert in ihrem Buch mal eben schnell 232 Geschäftsideen, die besonders für Frauen mit ihren sozialen Kompetenzen interessant sein könnten. Von Caring über Coaching bis zu Gastronomie und Gesundheit streut die Autorin mal eben 232 interessante Impulse auf den Weg. Aber noch wichtiger sind natürlich Ihre eigenen Ideen. Wie Sie an diese Ideen kommen, erfahren Sie in diesem Buch.

Vorsorglich sei darauf hingewiesen, dass „Raus aus der Komfortzone“ natürlich auch für Männer eine interessante und inspirierende Lektüre sein kann. Denn Gleichberechtigung funktioniert natürlich auch andersrum.

Sabine Asgodom verspricht im Untertitel des Buches ein „Programm“ für persönliche Unabhängigkeit. Dieses Versprechen hält sie auf den über 300 Seiten dieses gut zu lesenden Taschenbuches ein. Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Die Zukunft gehört dem Lernen und Menschen, die kreativ und aktiv mit ihrer Selbständigkeit umgehen. Die Zeiten des eingleisigen Berufslebens sind endgültig vorbei. Synergien sind gefragt, Kooperationen werden zu selbstverständlichen Eckpfeilern eines dynamischen Unternehmens.

Nicht jeder eignet sich jedoch zur Selbständigkeit. Asgodoms Programm beginnt bei der Frage nach den Voraussetzungen für eine erfolgreiche Selbständigkeit. Stehen Ihre Familie und Ihr Partner hinter Ihnen? – Sind Sie körperlich und seelisch belastbar? – Sind Sie risikobereit? Die klassischen Fragen eben.

Im nächsten Schritt soll die weibliche Intuition den Weg zur richtigen Geschäftsidee weisen. Normalerweise kein Problem, aber manche Frauen werden auch hier merken, dass Ihnen vielleicht nichts Originelles einfällt. An sich ist dies kein Problem, es gibt genügend Businesspläne von der Stange, die ebenso erfolgreich sein können, wenn der richtige Standort, Zeitpunkt und Unternehmerin-Persönlichkeit zusammenkommen. Besser jedoch ist meist die eigene Geschäftsidee, die begeistert.

Nach der kreativen Phase wird auch im Asgodom-Programm die neue Geschäftsidee auf den kalkulatorischen Prüfstand gestellt. Wie wird ein Businessplan erstellt, wie kommt frau an Finanzierungen? Die beste Idee taugt nichts, wenn kein Geld vorhanden ist, sie zu realisieren.

„Raus aus der Komfortzone, rein in den Erfolg“ ist ein Motivationsbuch, das Spaß und Lust macht auf die eigene Selbständigkeit. Mit Hilfe dieser Step-by-Step-Anleitung kann der Schritt in die eigene berufliche Unabhängigkeit gelingen. Für viele Frauen ist die Selbständigkeit die beste Alternative zur Arbeitslosigkeit oder zu einem unbefriedigenden Job. Denn egal wo Sie jetzt gerade stehen, Sie haben das Potenzial, Ihr Leben zu ändern und den eigenen Beruf zur Berufung werden zu lassen.

Sabine Asgodom macht Mut. Doch sie bleibt auch realistisch und verspricht nicht das Blaue vom Himmel. Wer jedoch schon seit einer Weile mit einer tollen Idee für eine spannende berufliche Zukunft schwanger geht, wird mit diesem Buch einen großen Schritt voran kommen auf dem eigenen Weg zur beruflichen Selbständigkeit.

Autor: Sabine Asgodom
Titel: „Raus aus der Komfortzone, rein in den Erfolg“
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN-10: 3442171369
ISBN-13: 978-3442171361

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