Jan Weiler: „Mein Leben als Mensch“

Jan Weiler: "Mein Leben als Mensch"„Maria, ihm schmeckt’s nicht!“ war der große Durchbruch für Jan Weiler als Buchautor. Das Buch ist jetzt auch im Kino zu sehen, und mittlerweile „schmeckt“ ihm das turbulente Leben an der Seite seiner deutsch-italienischen Frau und seiner zwei Kinder wohl recht gut.

Sein neues Buch, „Mein Leben als Mensch“ ist eine Sammlung von Kolumnen, die Jan Weiler im Laufe von zwei Jahren für die Zeitschrift stern geschrieben hat.

Er schreibt auf seiner Homepage selbst über sein neues Buch: „Die Kolumne „Mein Leben als Mensch“ handelt von meinem Leben als Mensch, logisch. In diesem Leben spielt regelmäßig ein italienischer Gastarbeiter namens Antonio Marcipane eine große Rolle, dazu zwei Kinder und eine bezaubernde Frau. Außerdem handelt die Serie von den täglichen Schwierigkeiten, denen wir beim Leben so ausgesetzt sind, von unseren Schwächen und Stärken, vom Rasenmähen, Fernsehen, Reisen, Essen und Schlafen. Außerdem kommen Politiker, Nachbarn und Lehrer vor, dazu noch allerhand Pflanzen und Tiere. Sie sehen, es wird nichts ausgelassen und es könnte sich ebenso gut um Ihr Leben als Mensch handeln.

Und dementsprechend nett sind die Geschichten, bieten Einblicke in ein gesichertes, gutbürgerliches Leben einer netten Familie. Was soll auch schon viel passieren im oberbayerischen Icking, in dem Weiler mit seiner Familie lebt. Der Inhalt seiner Kolumnen, das sei „alles frei erfunden“, wie der Autor in einem Interview bei Radio Bremen gesteht, und die Geschichten haben natürlich gar nichts mit seinem wahren Leben zu tun.

Ja, wie denn nun? „Mein Leben als Mensch“ oder „Ein Leben als Mensch“? – Weilers Geschichten aus dem täglichen Leben sind unterhaltsam geschrieben und geben den Mundwinkeln des Lesers auch in regelmäßigen Abständen die Möglichkeit, sich leicht nach oben zu ziehen. Aber insgesamt fällt wirklich kein Dach runter, wenn man das Buch von Anfang bis Ende liest.

Es gab mal einen Autor, der ähnlich nette Anekdötchen zwischen zwei Buchdeckel presste und damit recht erfolgreich war: der Berliner Journalist und Buchautor Bernd Philipp. Er hat insgesamt an die zwanzig Bücher mit „heiteren Alltagsgeschichten“ geschrieben, die wirklich nett zu lesen waren. Aber seine Hoch-Zeit waren die West-Berliner 1980er Jahre.

Heute sind wir 30 Jahre weiter, und Jan Weiler ist noch jung. Wollen wir hoffen, dass er bald noch literarisch die Kurve kriegt, auch mal Neues ausprobiert und uns nicht noch zwanzig weitere Bücher mit „netten Alltagsgeschichten“ aus seiner Feder liefert.

Trotzdem kann man Jan Weilers Buch empfehlen. Es eignet sich sehr gut als Geschenk zum nächsten Geburtstag oder zur Weihnachtszeit. Man muss es ja nicht selbst gelesen haben. Wenn man „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“ kennt und ein wenig Fantasie hat, weiß man auch so, was ungefähr drin steht.

Zum Schluss noch ein Tipp: Wer wirklich einmal lachen möchte und weder den Feinheiten der deutschen Sprache noch grotesken Geschichten gänzlich abgeneigt ist, der greife blindlings zu einem „Buch namens Zimbo“, dem neuen Titel von Max Goldt. Auch dies ist eine Zweit-Verwertung bereits zuvor veröffentlichter Kolumnen, liest sich aber ganz anders als Jan Weilers Buch.

 

Autor: Jan Weiler
Titel: „Mein Leben als Mensch“
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Kindler
ISBN-10: 3463405717
ISBN-13: 978-3463405711

 

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