Max Goldt: „Ein Buch namens Zimbo“

Max Goldt: "Ein Buch namens Zimbo - Sie werden kaum ertragen, was Ihnen mitgeteilt wird"Diese Sprache. Diese skurrilen Situationen. Diese geradezu phlegmatische Ruhe, die den Ich-Erzähler Haltung bewahren und gleichzeitig die Fassung verlieren lässt. Diese offenbar gravitätisch das Absurde anziehende Existenz des Herrn Goldt. (…)

Ach, was soll’s?! „Ein Buch namens Zimbo“ ist wieder einmal ein Meisterwerk und ein Highlight des deutschen Literaturbetriebs 2009. Max Goldt macht einfach das, was er schon seit vielen Jahren macht. Sein neues Buch ist 100% frei von Überraschungen, aber das macht nichts. Solange es neue Bücher von Max Goldt gibt, ist die Welt noch nicht verloren.

„Zimbo, das sind doch die mit den Würstchen…!“ denkt man unwillkürlich, und wer sich mal auf deren Homepage ein Bild von den leckeren Würsten gemacht hat, deren finale Variante übrigens schlüssig den Namen „Fineo“ trägt, der weiß, dass es hier eigentlich keine Verbindung geben kann. Oder sollte. Oder doch? – Bei Max weiß man nie.

Texte von 2006-2009 erhalten in diesem Buch eine neue, zweite Chance. Die in dem Buch verwursteten Kolumnen wurden zum Teil noch einmal frisch gebürstet, shampooniert und dann zwischen zwei Pappdeckel gepresst: fertig ist der neue Titel. Hübsch anzusehen sind sie wohl, und der Leser schmunzelt sich gern durch die knapp 200 Seiten.

Und doch ist eines anders als früher: Im Vergleich zu den Zeiten der „Radiotrinkerin“ und der alten Titanic-Kolumnen aus den 1980ern haben wir es heutzutage mit einem leicht saturierten und literarisch im Lehnstuhl sitzenden Max Goldt zu tun. Das tut seinem Schreibstil überhaupt keinen Abbruch und ist womöglich für die Gesundheit seines eher mittelalterlichen und mitunter an Hypertonie und erhöhten Cholesterinwerten leidenden Publikums viel besser bekömmlich als die affengeilen Grotesken aus den „good old days“.

Sei’s drum! Max Goldt gehört in das Bücherregal jedes kulturell interessierten Menschen und vor allem endlich in den Lehrplan des Deutschunterrichts!

Wer noch kein Buch von Max Goldt sein eigen nennt, sollte sich schleunigst das aktuelle kaufen und nicht weiter über sein Kulturbanausentum reden. Schwamm drüber.

Und noch einmal für den ganz eiligen Leser: Lesen Sie Max Goldt! Jetzt!

Autor: Max Goldt
Titel: „Ein Buch namens Zimbo“
Gebundene Ausgabe: 197 Seiten
Verlag: Rowohlt, Berlin
ISBN-10: 3871346659
ISBN-13: 978-3871346651

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