Michael Töteberg (Hg.): „Rainer Werner Fassbinder“ (text+kritik Nr. 103)

Michael Töteberg (Hg.): „Rainer Werner Fassbinder“ (text+kritik Nr. 103)Rainer Werner Fassbinder war ein Unikum in der deutschen Film- und Fernsehlandschaft. Seine subversive Art der Auseinandersetzung mit den politischen Verhältnissen machten ihn schnell zur Kultfigur des neuen deutschen Films. Seine Filme wurden zu modernen Klassikern, sein öffentliches Auftreten jedoch führte nicht selten zu Skandalen. Aber vielleicht ist beides auch gar nicht voneinander zu trennen? Wenn ein Künstler seinen Weg geht, sind Kompromisse nicht zu machen. Er muss sich über Konventionen erheben, wenn er etwas Außergewöhnliches schaffen will. Fassbinder hat das getan, und zwar mehrfach.

Fassbinder war Regisseur, Filmproduzent, Schauspieler und Autor. Er gilt zurecht als einer der wichtigsten Vertreter des Neuen Deutschen Films der 1970er und 1980er Jahre. Am 31. Mai 2016 würde Fassbinder 71 Jahre alt werden. Wäre er nicht 1982 bereits mit 37 Jahren verstorben, was hätten wir noch alles von ihm erwarten können?! Wie hätte er auf die Wende reagiert? Auf den 11. September und die Irak-Kriege? Auf den NSA-Skandal? Auf die aktuelle Flüchtlingskrise und das Versagen Europas?

Diese Fragen kann niemand beantworten, und doch gibt sein Leben und Werk auch heute noch genügend Anlass zu einer wissenschaftlichen Beschäftigung. Die aktuelle Fassbinder-Forschung beschäftigt sich unter neuen Fragestellungen mit Fassbinders Hauptwerken, indem sie die Aktualität Fassbinders freilegen. Fassbinder war, wie seine Filme, immer ein sehr politischer Mensch. Somit liegt es nahe, eine Verbindung zu zeitgenössischen Regisseuren wie Fatih Akin und Oskar Roehler zu suchen, die in ihren sozialkritischen Filmen auch die dunklen Seiten unserer Gesellschaft nicht aussparen, sondern sie im Gegenteil ganz bewusst ins Scheinwerferlicht rücken.

Das vorliegende Heft Nr. 103 der edition text + kritik liegt nun in einer zweiten, neugefassten Auflage vor. Es versammelt Beiträge von Georg Klein, Michael Töteberg, Senta Siewert und anderen Autoren, von denen die meisten Film- und Medienwissenschaftler sind. Sie bieten einen interessanten und aktuellen Zugang zu Fassbinders Filmen und Theaterstücken. Letztlich machen Sie auch den filmbegeisterten Leser neugierig auf jene Fassbinder-Filme, die er noch nicht kennt, und weckt gleichzeitig die Sehnsucht nach einem Wiedersehen mit den alten bekannten.

 

Autor: Michael Töteberg (Hg.)
Titel: „Rainer Werner Fassbinder“
Broschiert: 153 Seiten
Verlag: edition text + kritik
ISBN-10: 3869164360
ISBN-13: 978-3869164366