Benjamin Beil, Jürgen Kühnel, Christian Neuhaus: „Studienhandbuch Filmanalyse“

Benjamin Beil, Jürgen Kühnel, Christian Neuhaus: „Studienhandbuch Filmanalyse“Der Film gehört seit über 100 Jahren zu den Leitmedien unserer Kultur. Ähnlich wie in anderen Bildmedien wie der Malerei, der Fotografie und dem Druckbild, so hat sich auch im Film sehr schnell eine eigene Bildsprache entwickelt, die ihren eigenen Gesetzen unterliegt.

Will man einen Film verstehen, also nicht nur die Handlung des Films als semantische Einheit erfassen, sondern auch das Medium selbst in einer reflexiv-rezeptiven Haltung wahrnehmen, so muss man mit der Bildsprache vertraut sein. Den kompletten Werkzeugkasten zur profunden Filmanalyse liefert das hervorragende „Studienhandbuch Filmanalyse“ von Beil, Kühnel und Neuhaus.

Die drei Autoren sind Medien- und Filmwissenschaftler und haben mit ihrem Studienhandbuch zur Ästhetik und Dramaturgie des Spielfilms ein Arbeitsmittel vorgelegt, das das Zeug zum Standardwerk auf seinem Gebiet hat.

Vom Anfang bis zum Ende werden alle Stadien der Filmanalyse durchlaufen und anhand von Beispielen aus 100 Jahren Filmgeschichte veranschaulicht. Das Zeichensystem des Films, die „mise en scène“ (Inszenierung), „mise en cadre“ (Kadrierung, Bildausschnitt); Kamera- und Bildbewegungen, Montage und Bildkompositionen, Bild und Ton sind die semiotischen (formalen) Aspekte des Films.

In einem zweiten Abschnitt werden die semantischen (inhaltlichen) Aspekte vorgestellt. So machen sich die Autoren Gedanken über die Fiktionalität des Films, untersuchen die Spielhandlung, die Figuren, die Aspekte von Zeit und Raum sowie die Formen des fiktionalen Erzählens.

Ein abschließendes Kapitel beschäftigt sich mit den aktuellen Neuerungen, die für den Film durch die Digitalisierung des Trägermaterials entstehen.

Was an diesem Studienhandbuch wirklich begeistert, ist seine Praxisnähe, die jedoch nicht zu Lasten der Vermittlung des theoretischen Hintergrunds geht. Das „Studienhandbuch Filmanalyse“ verbindet beide Welten und gibt so dem Filmstudenten und angehenden Medienwissenschaftler ein wirklich außerordentlich nützliches und in seiner Art einzigartiges Werkzeug in die Hand.

Doch selbst der interessierte Laie kann eine Menge aus diesem Buch lernen und wird nach seiner Lektüre Filme mit anderen Augen sehen. Aus naiver Rezeption wird rezeptive Reflexion. Die Lektüre hat den Preis des Verlustes der medialen Naivität, jedoch den Gewinn einer medialen Kompetenz, die die Fesseln des Zuschauers löst und ihn hinter die Kulissen blicken lässt.

Autor: Benjamin Beil, Jürgen Kühnel, Christian Neuhaus
Titel: „Studienhandbuch Filmanalyse“
Gebundene Ausgabe: 345 Seiten
Verlag: UTB W. Fink
ISBN-10: 3825284999
ISBN-13: 978-3825284992

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