Doris Dörrie: „Alles inklusive“

Wenn man die Tochter einer Hippie-Mutter ist, kann es schon mal passieren, dass man „Apple“ heißt. Doch damit nicht genug, alle Versuche Apples, der chaotischen Kindheit und Jugend zu entfliehen und es im eigenen Leben geordneter und ruhiger zugehen zu lassen, scheitern, weil Apples Liebesleben von einem Desaster ins nächste schlittert.

Nie mehr soll es so schlimm sein wie damals, im Sommer 1976, als in Spanien die Hippie-Kommune von Torremolinos die freizügige Kulisse abgab für Ingrid, Apples Mutter, und Karl, einem biederen Bankangestellten aus Hannover, der mit Frau und Kind zugfällig am selben Strand Urlaub machte. So verschieden die beiden waren (oder vielleicht gerade deswegen), verliebten sie sich ineinander und stellten dadurch ihr jeweiliges Umfeld auf den Kopf und vor viele offene Fragen.

Doris Dörrie ist bekannt für solche heiklen Plots und turbulente Geschichten. So ist „Alles inklusive“ ein typischer Dörrie-Roman und macht keine Ausnahme. Starke Frauen sind Programm, und die Freundschaft zwischen Mutter und Tochter wird mehr als einmal auf die Probe gestellt.

Trotz aller Turbulenz ist „Alles inklusive“ auch eine sehr schöne Geschichte mit leisen Zwischentönen. Das eigentliche Leben findet gerade dort statt, wo es nicht in Schwarz und Weiß gekleidet ist. Doris Dörrie versteht sich hervorragend auf diese Zwischentöne. Das macht ihre Geschichten so besonders – und besonders lesenswert.

Autor: Doris Dörrie
Titel: „Alles inklusive“
Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Diogenes
ISBN-10: 325706781X
ISBN-13: 978-3257067811

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