Gregor Gumpert, Ewald Tucai (Hg.): „Ruhr.Buch – Das Ruhrgebiet literarisch“

Das Ruhrgebiet ist 2010 Europäische Kulturhauptstadt. Die Stadt Essen und 52 weitere Städte des „Regionalverbundes Ruhr“ präsentieren sich als kulturelles Zentrum.

Der Ruhrpott als Kulturschmiede? Wenn man sich vor Augen führt, dass das Ruhrgebiet über mehr als 150 Museen und Ausstellungsstätten, 5 Opernhäuser, 6 Orchester und über 150 freie Bühnen verfügt, wird schnell klar, dass es im Ruhrgebiet jede Menge Kultur gibt.

Die „Metropole Ruhr“ als wirtschaftlicher und kultureller Ballungsraum ist der Mittelpunkt des ehrgeizigen Projektes “Kulturhauptstadt“ im ehemaligen Kohlerevier an der Ruhr.

Das kleine Taschenbuch „Ruhr.Buch – Das Ruhrgebiet literarisch“ geht nun dem Kulturraum Ruhr literarisch auf den Grund. Schriftsteller von Rhein und Ruhr kommen zu Wort und geben mit ihren kurzen Textbeiträgen ihrer Heimat ein Gesicht.

Gleich den Anfang macht der „Kölner Jong“ Heinrich Böll mit seinem kurzen Text „Heimat“ über eine junge Frau, die aus dem Süden in den Pott heimkehrt und zwischen Duisburg und Oberhausen auf einer Brücke anhält, um die bittere Luft zu schnuppern, den Lichtwechsel wahr zu nehmen, der hier den Himmel anders aussehen lässt als irgendwo anders auf der Welt.

Bölls kurze Notiz stammt aus dem Jahr 1958, als die Fabriken mit dem Dreck aus ihren Schloten den Himmel noch anders färbten; das ist lange vorbei, doch diese Erinnerung hat sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt und ist zu einem Stück Identität geworden.

Die Riege der Autoren ist weit aufgestellt, sowohl in zeitlicher als auch in literarischer Hinsicht. Friedrich Rautert, Heinrich Heine und Ferdinand Freiligrath kommen ebenso zu Worte wie Joseph Roth, Thomas Bernhard, Johann Wolfgang von Goethe oder Frank Goosen.

Welche Anthologie kann von sich behaupten, solch gegensätzliche Autoren wie Hermann Löns und Jürgen von Manger, Anna Seghers, Helge Schneider und Ernest Hemingway in einem Buch zu vereinen? Das geht nur, wenn es um ein Thema geht, das viele Menschen berührt, oder um eine Industrieregion und einen Kulturraum in zentraler Lage zwischen Rhein und Ruhr.

Das Ruhr.Buch ist der perfekte Begleiter bei einem Besuch der Kulturmetropole Ruhr in diesem Jahr (2010) und kann dem Außenstehenden eine erste Handreichung sein, um sich mit diesem ganz eigenen Universum vertraut zu machen. Für die Menschen, die in dieser Region zu Hause sind, gehört dieses Taschenbuch ohnehin zur Pflichtlektüre.

Autor: Gregor Gumpert, Ewald Tucai (Hg.)
Titel: „Ruhr.Buch – Das Ruhrgebiet literarisch“
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 3423138262
ISBN-13: 978-3423138260

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